Wanderung zur Crête de Morgon

Bevor die angekündigte Kälte – und bald auch der Schnee – eintrifft, schnüren wir die Wanderschuhe und parken oberhalb der Abbaye de Boscodon am Parkplatz Fontaine de l’Ours. Von hier folgen wir den Wanderwegweisern zur Crête de Morgon.

Oben auf der Krete eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf den Lac de Serre-Ponçon. Wir folgen dem Grat so weit, wie wir es verantworten können, und kehren dann auf demselben Weg zurück. Der Pfad ist teils abschüssig und rutschig, da sich der ganze Hang in Krümel aufzulösen scheint.

Besonders beeindruckend ist der Boden unter unseren Füssen: leuchtend rot und gelb. Diese Farben stammen von mineralischen Eisen- und Schwefelverbindungen, die im Gestein enthalten sind und durch die Verwitterung an die Oberfläche gelangen.

Ein entspannter Tag in Briançon

Heute lassen wir die Beine baumeln und fahren nach Briançon. Die Stadt, die als höchstgelegene Stadt Frankreichs gilt, beeindruckt durch ihre gut erhaltene Altstadt, die von mächtigen Festungsmauern umgeben ist. Enge Gassen, historische Plätze und die berühmten Vauban-Festungen zeugen von der bewegten Geschichte an diesem Alpenknotenpunkt.

In der Altstadt geniessen wir ein feines Mittagsessen und machen anschliessend einen ausgedehnten Rundgang. Besonders sehenswert ist die alte Seidenfabrik, deren Gelände heute einen idyllischen Park mit Wasseranlagen beherbergt – eine ruhige Oase mitten in der Stadt.

Lac de Serre-Ponçon

Das Wetter zeigt sich wieder von der unsicheren Seite, also schnüren wir die Trailschuhe. Unser Startpunkt liegt beim Feriendorf Les Hyvans, von wo aus wir dem markierten Trail Le Ruban folgen. Schon nach wenigen Schritten öffnet sich der Blick über den Lac de Serre-Ponçon – türkisblaues Wasser, eingerahmt von den Bergen der Hautes-Alpes.

Der erste – und zugleich letzte – Kilometer des Weges führt durch ein eindrucksvolles Schieferband. Dunkle, scharfkantige Platten säumen den Pfad und bilden einen markanten Kontrast zur herbstlichen Landschaft.

Le Parpaillon – auf alten Spuren ins Hochgebirge

Heute wartet eine lange Tour: der legendäre Tunnel du Parpaillon. Zunächst folgen wir mit den Bikes dem Flusslauf der Durance, bis wir in La Ribière ins Tal einbiegen und die ersten Höhenmeter sammeln. Ab Crévoux zieht sich eine Schotterstrasse Kehre um Kehre nach oben – bis zum Tunneleingang auf knapp 2400 Metern.

Der Tunnel selbst ist inzwischen mit massiven Betonblöcken verschlossen, zu gefährlich für eine Durchquerung. Zu Fuss steigen wir noch bis zum Bergkamm hinauf, zwischen Le Grand und Le Petit Parpaillon. Von hier aus öffnet sich der Blick ins Tal auf der anderen Seite –einsam und beeindruckend.

Die Abfahrt spiegelt zunächst den Aufstieg, doch nach der Hälfte verlassen wir die Hauptroute. Auf Schotterwegen rollen wir talwärts, bis wir kurz vor Embrun wieder unseren Ausgangspunkt erreichen.

Ein paar Fakten: Der Tunnel du Parpaillon liegt auf 2.637 Metern Höhe und verbindet das Ubaye-Tal mit der Region Embrun. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus militärischen Gründen gebaut, um den Zugang zum Fort de Tournoux zu sichern, und 1901 fertiggestellt. Mit knapp 500 Metern Länge zählt er zu den eindrucksvollsten Hochgebirgstunneln der Alpen. Seit Juli 2024 ist der Tunnel nach einem Felssturz nicht mehr zugänglich und am südöstlichen Eingang mit Betonblöcken versperrt.

Orre – Torrent des Vachères

Zwischen Embrun und dem Lac de Serre-Ponçon haben wir unsere neue Bleibe gefunden. Mit der zurückgekehrten Herbstsonne starten wir Richtung Les Orres. Im alten Dorf Les Orres folgen wir schmalen Pfaden entlang des Torrent des Vachères.

Unser Ziel kennt keinen Namen auf der Karte: eine Hochebene, umgeben von Bergen, durchzogen von einem Fluss, der sich in natürlichen Kehren über die Ebene schlängelt.

Auf der Rückfahrt machen wir in Les Orres 1650 einen Abstecher zur Source de Jérusalem. Doch entweder ist es die falsche Jahreszeit oder schlicht zu trocken – nur ein dünner Rinnsal tropft über die Felsen. Laut Komoot soll es durchaus schöner sein. Dennoch wartet zum Abschluss ein Highlight: ein flowiger Singletrail und eine Hängebrücke so schmal, dass die Lenker keinen Platz haben und wir unsere Bikes kurzerhand schultern müssen.

Tunnel du Parpaillon

Technisch wenig anspruchsvoll, dafür aber viele Höhenmeter: so sieht das Bike-Tagesprogramm heute aus. Wir starten in Crévoux. Die ersten Kilometer fahren wir auf einer Teerstrasse. In der Ferne bestaunen wir einen Wasserfall.

Nach ca. 6 km wechselt der Unterboden zu einer Schotterstrasse, in der Regel aber gut fahrbar.

Die Schneeflecken rücken näher… wir folgen der Schotterstrasse.

Auf den letzten Kilometern vor dem Tunneleingang kämpfen wir mit weichen Schneepassagen, in die wir ab und zu arg versinken. Wir kommen voran… Meter um Meter.

Die letzte Kurve, wir haben die Höhe von 2637 Meter erreicht und sehen den Eingang zum legendären Tunnel du Parpaillon.

Der Tunnel misst ca. 500 Meter. Der Boden ist sehr nass und an einen Blick ins Tal am anderen Tunnelende ist nicht zu denken.

Wir fahren (schieben durch den Schnee…) ein paar Kurven den Berg hinunter und zweigen bei einem Wegweiser ab, der uns eine Aussicht ins Nebental verspricht.

Bei der weiteren Abfahrt bewundern wir Fauna und viele Murmeltiere, die in dieser warmen Sonne fröhlich über die noch mageren Bergmatten hoppeln und ihre ersten Frühling-Footings absolvieren.

Nach weiteren – nun schnellen – Kilometern, gelangen wir wieder zum Ausgangsort Crévoux zurück.

Réallon und Vaucluse

Heute starten wir die ausgeschilderte Tour 21 in Station de Réallon. Zuerst führt der schmale Trail Richtung Prunier, bevor wir dem Flusslauf folgen.

Hinten im Tal meinen wir einen Fata Morgana zu sehen. Rote Sonnenschirme flattern im warmen Wind. Ist das wirklich ein offenes Restaurant? Wir trauen dem Anblick nicht so ganz und weichen zuerst von der Route ab, um einen Blick auf die kleine Kappelle und danach auf den nahen Marmite de Géant – einem «Wassertopf im Fluss» – zu werfen.

Und dann kehren wir das erste Mal in diesen Ferien ein und lassen es uns im «Le Melezin» gut ergehen. Nach dem petit café steigen wir wieder in den Sattel und bewältigen die meisten der heutigen Höhenmeter. Eine ordentliche Schiebpassage gehört kurz vor Vaucluse auch dazu. Dafür werden wir mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.

Zum Abschluss der heutigen Tour ist uns ein flowiger Trail gegönnt. Und die ersten Gewitterwolken am Horizont mahnen zur Rückkehr.

Chorges und der Lac de Serre-Ponçon

Auf dem Programm steht heute die schwarz markierte Tour 18, definiert als «très difficile». Wir starten in Chorges.

Die ersten Kilometer sind noch harmlos, auf Schotter oder guten Waldwegen. Gelegentlich mit eigenartigen Steinhügeln begleitet.

Die Arbeit wird bald belohnt. Kurz nach dem höchsten Punkt dürfen wir die herrliche Aussicht auf den Lac de Serre-Ponçon und die ganze Bergwelt geniessen.

Der Weg Richtung See erinnert und dann wieder an die schwarze Markierung. Teils ist der Weg schon etwas unwegig 😉

Die Bikearbeit hat sich heute sehr gelohnt, der See und die Umgebung ist unvergesslich schön.