Col de Fenestral

Zum Abschluss des Wanderwochenendes steht der Col de Fenestral auf dem Programm. Auch heute starten wir bei der Bergstation Jorasse und folgen der Beschilderung Richtung Pass. Oben angekommen empfängt uns ein kalter Wind, der uns nicht lange verweilen lässt.

In der Cabane finden wir noch einen freien Tisch – ein feiner Happen und ein Glas Weisswein wärmen Körper und Seele, bevor es wieder talwärts geht.

Cabane Rambert – Col de la Forcle

Heute werden die Wanderschuhe ein paar Millimeter ihrer Sohle einbüssen – eine der letzten Herbstwanderungen steht auf dem Plan. Die Tage werden kürzer, und so starten wir sinnvollerweise bei der Bergstation Jorasse oberhalb von Ovronnaz.

Ein sanfter Einstieg führt uns ins Gelände, bevor der Weg richtig ansteigt. An der Cabane Rambert ziehen wir vorbei – wir haben den Col de la Forcle im Fokus.

Oben auf dem Pass eröffnet sich dann der erste Blick auf die beiden Bergseen. Das Spiegelbild der Gipfel im klaren Wasser ist einfach wunderbar.

Der Abstieg zieht sich steil ins Tal, und kurz vor der Dämmerung erreichen wir unseren Ausgangspunkt, die Talstation Jorasse.

Wanderung durch die Gorges du Nan

Auf der Rückfahrt in die Heimat legen wir beim Camping Le Coin Tranquille einen letzten Halt ein. Auf dem Programm steht eine Wanderung durch die Gorges du Nan. Ausgangspunkt ist Cognin-les-Gorges, ein kleines, schmuckes Dörfchen am Eingang zur Schlucht.

Typisch für den Vercors steigen links und rechts die Felswände steil empor. Direkt neben dem Pfad schlängelt sich die Nant talwärts, immer wieder unterbrochen von unzähligen kleinen Wasserfällen.

Die Gorges du Nan gilt als eine der schönsten Schluchten im Vercors – ein verborgenes Naturjuwel, in dem Wasser, Felsen und Wald zu einer eindrucksvollen Kulisse verschmelzen. Ein stimmiger Abschluss unserer Reise, bevor es endgültig zurück nach Hause geht.

Wanderung zur Crête de Morgon

Bevor die angekündigte Kälte – und bald auch der Schnee – eintrifft, schnüren wir die Wanderschuhe und parken oberhalb der Abbaye de Boscodon am Parkplatz Fontaine de l’Ours. Von hier folgen wir den Wanderwegweisern zur Crête de Morgon.

Oben auf der Krete eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf den Lac de Serre-Ponçon. Wir folgen dem Grat so weit, wie wir es verantworten können, und kehren dann auf demselben Weg zurück. Der Pfad ist teils abschüssig und rutschig, da sich der ganze Hang in Krümel aufzulösen scheint.

Besonders beeindruckend ist der Boden unter unseren Füssen: leuchtend rot und gelb. Diese Farben stammen von mineralischen Eisen- und Schwefelverbindungen, die im Gestein enthalten sind und durch die Verwitterung an die Oberfläche gelangen.

Ein entspannter Tag in Briançon

Heute lassen wir die Beine baumeln und fahren nach Briançon. Die Stadt, die als höchstgelegene Stadt Frankreichs gilt, beeindruckt durch ihre gut erhaltene Altstadt, die von mächtigen Festungsmauern umgeben ist. Enge Gassen, historische Plätze und die berühmten Vauban-Festungen zeugen von der bewegten Geschichte an diesem Alpenknotenpunkt.

In der Altstadt geniessen wir ein feines Mittagsessen und machen anschliessend einen ausgedehnten Rundgang. Besonders sehenswert ist die alte Seidenfabrik, deren Gelände heute einen idyllischen Park mit Wasseranlagen beherbergt – eine ruhige Oase mitten in der Stadt.

Lac de Serre-Ponçon

Das Wetter zeigt sich wieder von der unsicheren Seite, also schnüren wir die Trailschuhe. Unser Startpunkt liegt beim Feriendorf Les Hyvans, von wo aus wir dem markierten Trail Le Ruban folgen. Schon nach wenigen Schritten öffnet sich der Blick über den Lac de Serre-Ponçon – türkisblaues Wasser, eingerahmt von den Bergen der Hautes-Alpes.

Der erste – und zugleich letzte – Kilometer des Weges führt durch ein eindrucksvolles Schieferband. Dunkle, scharfkantige Platten säumen den Pfad und bilden einen markanten Kontrast zur herbstlichen Landschaft.

Le Parpaillon – auf alten Spuren ins Hochgebirge

Heute wartet eine lange Tour: der legendäre Tunnel du Parpaillon. Zunächst folgen wir mit den Bikes dem Flusslauf der Durance, bis wir in La Ribière ins Tal einbiegen und die ersten Höhenmeter sammeln. Ab Crévoux zieht sich eine Schotterstrasse Kehre um Kehre nach oben – bis zum Tunneleingang auf knapp 2400 Metern.

Der Tunnel selbst ist inzwischen mit massiven Betonblöcken verschlossen, zu gefährlich für eine Durchquerung. Zu Fuss steigen wir noch bis zum Bergkamm hinauf, zwischen Le Grand und Le Petit Parpaillon. Von hier aus öffnet sich der Blick ins Tal auf der anderen Seite –einsam und beeindruckend.

Die Abfahrt spiegelt zunächst den Aufstieg, doch nach der Hälfte verlassen wir die Hauptroute. Auf Schotterwegen rollen wir talwärts, bis wir kurz vor Embrun wieder unseren Ausgangspunkt erreichen.

Ein paar Fakten: Der Tunnel du Parpaillon liegt auf 2.637 Metern Höhe und verbindet das Ubaye-Tal mit der Region Embrun. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus militärischen Gründen gebaut, um den Zugang zum Fort de Tournoux zu sichern, und 1901 fertiggestellt. Mit knapp 500 Metern Länge zählt er zu den eindrucksvollsten Hochgebirgstunneln der Alpen. Seit Juli 2024 ist der Tunnel nach einem Felssturz nicht mehr zugänglich und am südöstlichen Eingang mit Betonblöcken versperrt.

Orre – Torrent des Vachères

Zwischen Embrun und dem Lac de Serre-Ponçon haben wir unsere neue Bleibe gefunden. Mit der zurückgekehrten Herbstsonne starten wir Richtung Les Orres. Im alten Dorf Les Orres folgen wir schmalen Pfaden entlang des Torrent des Vachères.

Unser Ziel kennt keinen Namen auf der Karte: eine Hochebene, umgeben von Bergen, durchzogen von einem Fluss, der sich in natürlichen Kehren über die Ebene schlängelt.

Auf der Rückfahrt machen wir in Les Orres 1650 einen Abstecher zur Source de Jérusalem. Doch entweder ist es die falsche Jahreszeit oder schlicht zu trocken – nur ein dünner Rinnsal tropft über die Felsen. Laut Komoot soll es durchaus schöner sein. Dennoch wartet zum Abschluss ein Highlight: ein flowiger Singletrail und eine Hängebrücke so schmal, dass die Lenker keinen Platz haben und wir unsere Bikes kurzerhand schultern müssen.